Halle Silberhöhe: Plattenbau-Wohngebiet im Süden der Stadt
18 Schwarz-Weiß-Bilder vom Foto-Spaziergang über die Halle Silberhöhe - Erinnerungen an 12 Jahre Hanoier Straße, alte Schulwege und die heutige Plattenbau-Großwohnsiedlung im Süden der Saalestadt.
Halle (Saale)
Daniel Weihmann31. Oktober 2014aktualisiert 31. Mai 202618 Fotos
Schwarz-Weiß-Aufnahmen von der Hanoier Straße bis zur Ladenstraße
Nachdem ich rund 20 Jahre nicht mehr wirklich in meiner alten Heimat unterwegs war, nutzte ich Anfang Oktober 2014 einen Besuch in der Saalestadt dazu, mal eine gute Stunde auf der Silberhöhe herum zu streifen. Den alten Schulweg, frühere Treffpunkte und natürlich der 11-geschossige Wohnblock, in dem ich einst aufwuchs, standen auf meinem Plan.
Es war bereits später Nachmittag und das Wetter bot alles andere als einen Postkarten-blauen Himmel. Aber zur Plattenbausiedlung im Süden der Stadt Halle (Saale) passen kontrastreiche Schwarz-Weiß-Umwandlungen der Fotos bestens - war letztendlich mein Vorhaben.
Mein Weg führte mich von der Gaststätte "Würfel" zu meiner alten Schule und meinem Wohnhaus in der Hanoier Straße. Im Zickzack durch diese Gegend in Richtung Ladenstraße (oder das, was davon noch diesen Namen verdient) und in die ehemalige Straße der Aktivisten, wo vor der Wende ein Großteil meiner Klassenkameraden wohnte.
Viele der jetzigen Straßennamen kannte ich gar nicht, sodass mir an diesem Punkt bereits die Idee kam, eine Tabelle mit den alten und neuen Straßennamen der Silberhöhe anzufertigen.
Was vom Plattenbau übrig blieb
Es hat sich in den Jahren natürlich eine Menge verändert. Dort wo früher hunderte Familien wohnten, ist heute nur noch Grasland. Schwer vorstellbar, dass auf manch kleinen Flächen 11-geschossige Plattenbauten mit um die 40 Mietparteien standen.
Wie eng es dort damals gewesen sein muss - obwohl mir das früher nie so bewusst war und mich auch nicht gestört hatte. Im Gegenteil.
Heute ist die Silberhöhe auf etwa 12.000 Einwohner geschrumpft, ursprünglich war sie für rund 35.000 geplant. Mehrere Hochhäuser sind in den 2000er Jahren gefallen, darunter die markanten Punkthochhäuser. Meine Fotos von 2005 zeigen, wie das Wohngebiet aussah, bevor der Stadtumbau richtig griff.
12 Jahre auf der Silberhöhe
Der Einzug 1982: Baustelle statt Fußweg
1982 zogen wir in die Hanoier Straße 35 - da war ich 10. 4 Zimmer, Bad, Küche, Fahrstuhl, 6. Stock.
Ich kann mich noch vage an die Anfangszeit erinnern, wo man zum Buswendeplatz (heute zwischen Anhalter Platz und Ludwig-Bethcke-Straße) über nicht vorhandene Fußwege und durch Baustellen laufen musste. Nur, um von dort aus zur Straßenbahn in der Südstadt zu gelangen, die dann völlig überfüllt in Richtung Stadtzentrum fuhr. Mein Schulweg zur 4. POS sah die ersten Wochen nicht anders aus.
Die Wachstumsjahre: Wenn ein Wohngebiet entsteht
Aber die Silberhöhe wuchs stetig weiter. Es entstanden Kaufhallen, Jugendclubs, neue Straßen und Wege, weitere Wohngebiete, Kindergärten und Schulen.
Die Straßenbahn nach Beesen kam hinzu - die heute noch existierende Linie 3 fuhr von hier in Richtung Trotha. Auf der Strecke lagen Haltestellen wie "Werner-Lamberz-Straße" (heute Anhalter Platz) und "Straße des Roten Oktober" (heute Gustav-Staude-/Wilhelm-von-Klewitz-Straße) - eine Auswahl davon ist in der Linie-3-Haltestellen-Rekonstruktion nachzulesen.
Treffpunkte der Jugend: Würfel, Lampe, Bummi
Wir, als Jugendliche, trieben uns oft unterhalb der Betonstraßen herum - in den Versorgungsgängen für Heizung & Co. Aber auch manch Hauseingang, ein selbst errichteter Fußballplatz, das Vordach des "Würfels", die Lampe, der Bummi und von den Stadtplanern vergessene Baustellen waren perfekter Treffpunkt für die halbwüchsigen Teenager, die wir Ende der 1980er waren.
Drei Jugendclubs hatten wir auf der Silberhöhe: Lampe, Neuerer und Bummi. Dazu zwei Gaststätten, zwei Postämter und 35 öffentliche Telefonzellen, die im Stadtplan von 1989 verzeichnet waren.
Einen interessanten Rückblick fand ich im Archiv der TAZ mit dem Titel "Umbruch ohne Ende".
Die Fotos: Nikon D5100 und Schwarz-Weiß-Umwandlung
Schade, dass ich von der DDR-Zeit keinerlei Fotos habe - dieses Hobby hielt erst im digitalen Zeitalter bei mir Einzug. Fotografiert habe ich alle Bilder mit meiner Nikon D5100 und dem Reisezoom von Tamron 18 bis 270 Millimeter.
Etwa 80 Fotos sind hierbei entstanden, von denen ich euch eine Auswahl als Schwarz-Weiß-Umwandlung hier im Blog präsentiere.
Auf der Karte: Halle Silberhöhe
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Die Karte stammt von OpenStreetMap. Mit dem Klick werden Daten (u. a. deine IP-Adresse) an osm.org übertragen.
Habe einen Vorwende-Stadtplan heraus gekramt und mal nach der <b>Straße der Waffenbrüderschaft</b> Ausschau gehalten.
Heute ist das die <b>Hermann-Heidel-Straße</b> und die <b>Philipp-von-Landenberg-Straße</b>.
Antje Braune
Hallo Daniel, habe auch zu dieser Zeit in der Hanoier Straße gewohnt und zwar in der 21. Vielleicht sagt dir der Name Antje Rehm noch irgendwas? Kann es sein das du eigentlich Daniel Weihrauch heißt?
Maria Meyer
Ich habe in der Hanoierstraße 4 gewohnt bin 1988 oder 89 zur Grundschule gegangen Berthold Brecht. Ich suche ehemalige Klassenkameraden meine Name ist Maria Meyer ehemals Stalp. Würde mich sehr freuen.
Nico
Hallo ich habe damals in der Erich Weinert Strasse 34 glaub ich gewohnt. 1990 war i 10 und wir sind abgehauen nach Bayern :-) Ich kann mich nur wage erinnern. Aber eine Lehrerin hab i noch im Kopf . Ich glaub das war Feau Navrath Gruss Nico Bebst
Christian Winzer
Grüße Nico! Frau nawrath war unsere Hortlerin! Frau Hensel war unsere Lehrerin !
Wirklich tolle Fotos und somit Erinnerung an die Jugend hier auf der Seite! Danke an den admin !
Hab auch in der Erich Weinert Straße gewohnt!
Falk Schönfeld
Ich war von 1981 bis 1985 in der Konrad Wolf Schule. Die Fotos wecken längst vergessene Erinnerungen an die Zeit damals. Heute lebe ich in den alten Bundesländern und alles erscheint so unwirklich. Es war eine komplett andere Welt. Man fragt sich auch, wohin es die vielen Menschen nach Wegzug verschlagen hat.
Kommentare (8)
Heute ist das die <b>Hermann-Heidel-Straße</b> und die <b>Philipp-von-Landenberg-Straße</b>.
Wirklich tolle Fotos und somit Erinnerung an die Jugend hier auf der Seite! Danke an den admin !
Hab auch in der Erich Weinert Straße gewohnt!