Ein paar Foto-Fundstücke vom März 2005, die damals bei einem Rundgang über die Silberhöhe entstanden sind. Die Qualität der Bilder ist alles andere als perfekt, aber es sind ein paar schöne Zeitzeugen aus einer Übergangszeit.
2005 lief der Stadtumbau auf der Silberhöhe gerade richtig an. Hochhäuser fielen, Wohngebiete schrumpften, Grasland wuchs anstelle von Plattenbauten. Heute, gut 20 Jahre später, sind viele der hier fotografierten Gebäude verschwunden - die Bilder zeigen einen Zustand, den es so nicht mehr gibt.
Zehn Aufnahmen mit der Canon IXUS 400
Ich weiß heute gar nicht mehr, warum ich lediglich diese 10 Aufnahmen mit meiner kleinen Canon IXUS 400 damals gemacht hatte. Heute wären das mit dem Smartphone sicher dreimal so viele geworden. Aber gut, mehr sind es nun mal nicht. Das ist schade und ärgerlich, aber nicht mehr zu ändern.
Die beiden Punkthochhäuser auf der Silberhöhe

Ganz oben als erstes die beiden, damals noch teilweise bewohnten Punkthochhäuser. Die sahen eigentlich recht ansehnlich aus und waren eine Zeit lang die prägende Silhouette der Silberhöhe. Schade drum, dass diese recht schnell abgerissen wurden.
Es handelt sich um zwei 22-Geschosser in der Jessener Straße 9 und 36, jeweils etwa 62 Meter hoch, gebaut Anfang der 1980er Jahre. Im Oktober 2005 begann die Hallesche Wohnungsgesellschaft (HWG) mit dem Abriss - ein Bagger wurde aufs Dach gesetzt und trug den Stahlbetonkörper bis zur halben Höhe ab, der Schutt fiel durch die Fahrstuhlschächte. Die zweite Hälfte wurde von unten abgerissen. Bis Mitte 2006 waren beide Türme verschwunden.
Ich kann mich lediglich an einige Dachspaziergänge während der Bauzeit des ersten Hochhauses erinnern. Das muss so 1987/88 (?) gewesen sein, als wir "rebellischen Teenager" die 22 Etagen des Rohbaus erklommen hatten. Damals war das einfach möglich - Bauzäune oder Wachschutz gab es nicht.
Die Hanoier Straße
Hier habe ich früher nun mal gewohnt, daher auch die meisten Aufnahmen aus dieser Gegend. Mit dabei natürlich der Block, in dem ich aufgewachsen bin. Der Doppelblock Hanoier Straße 34/35, der heute noch steht und noch immer so aussieht wie im Jahr 1982.
Meine alte Schule, die POS Konrad Wolf, deren Teil heute nicht mehr steht. Von der Schule hat es lediglich den Westteil des Gebäudes, die frühere POS Berthold Brecht, und die Turnhalle überstanden. Sie ist heute eine Grundschule.
Die Initialen im Beton
Ich weiß nicht mehr wann, vielleicht 1983/84, als der Fußweg zwischen der Hanoier und der Coimbraer Straße entlang der Gartensparte gebaut wurde, nutzte ich seinerzeit die einmalige Gelegenheit und verewigte mich als Stift mit meinen Initialen "D.W." im Beton. Komisch, sowas vergisst man irgendwie auch nicht :)
Ob die Initialen heute noch da sind, habe ich beim letzten Besuch nicht überprüft. Wenn jemand vorbeikommt und das beton-fest verewigte "D.W." noch entdeckt - gern ein Foto in die Kommentare.
Der Abriss der 11-Geschosser in der Wilhelm-von-Klewitz-Straße
Mehrere Bilder von den Elfgeschossern in der Wilhelm-von-Klewitz-Straße fanden auch noch den Weg auf die Speicherkarte in der Kamera. Welche Hausnummern das genau waren, kann ich leider nicht mehr sagen.

Wer es noch weiß, kann das in den Kommentaren ergänzen oder mir eine E-Mail schicken. Auch eigene Fotos von dieser Zeit nehme ich gern in die Sammlung auf - die Silberhöhe der 2000er Jahre ist erstaunlich schlecht dokumentiert.
Was vom Stadtumbau geblieben ist
Der Stadtumbau Ost begann auf der Silberhöhe schon Anfang der 2000er Jahre. Bis heute sind aus den ursprünglich rund 35.000 Einwohnern etwa 12.000 geworden - knapp ein Drittel. Viele Plattenbauten fielen, Wohnungsgesellschaften verkleinerten ihre Bestände, ganze Straßenzüge wurden zu Grünflächen.
Diese 2005er Fotos sind in dem Sinne ein Zeitfenster: vor dem ersten großen Abrissschub, aber schon mittendrin in den Veränderungen. Was 1985 selbstverständlich war (überfüllte Hochhäuser, lebendige Spielplätze, eng getaktete Straßenbahnen), wurde 20 Jahre später zur Erinnerung.
Mehr zur Silberhöhe
- Halle Silberhöhe - Hub-Seite mit Hintergrund zum Stadtteil
- Die alten und neuen Straßennamen - Tabelle mit Wohnkomplexen und Linie-3-Haltestellen
- Grundschule Hanoier Straße - frühere POS Brecht + Wolf, mit Baustellen-Galerie 2016-2025
- Großbaustelle Silberhöhe 1981 - historische Aufnahmen vom Aufbau
Quellen + weiterführende Infos
- Mitteldeutsche Zeitung (24.10.2005): Bagger beginnt Abriss auf Hochhaus-Dach - Originalbericht zur Abriss-Methode, mit Hintergrund zur Halleschen Wohnungsgesellschaft (HWG) und den Plänen für die weiteren Punkthochhäuser am Steg
- Bauarchiv DDR: Punkthochhaus-Übersichten (PDF, BBR-Server) - bautechnische Pläne und Übersichten zur DDR-Punkthochhaus-Bauserie, in der auch die Silberhöher Türme entstanden
Kommentare (4)
Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass es nur 21. Etagen hatte. Dort hat die Familie Schildhauer gewohnt. Wikipedia: "Werner Schildhauer nahm 1980 für die DDR an den Olympischen Spielen in Moskau im 10.000-Meter-Lauf teil und belegte den siebten Platz."
Im Fahrstuhl war er immer recht nett :D
Ich hoffe, wir sehen uns mal wieder, Daniel? Viele Grüße!
Ich hatte letztendlich beim Bild gezählt und mich wohl verzählt :)
Ich suche meinen Lehrer von damals Hr. G. Fröhlich. War auf der Silberhöhe Geo und Sportle. Haben Sie evtl. Kontakt?