Blog

Halle Silberhöhe 2005: Fotos vor dem großen Abriss

Fotos vom März 2005 aus der Halle Silberhöhe - mit den damals noch stehenden Punkthochhäusern, der Hanoier Straße und dem laufenden Abriss in der Wilhelm-von-Klewitz-Straße.
Halle Silberhöhe 2005: Fotos vor dem großen Abriss
Halle (Saale)
Ein paar Foto-Fundstücke vom März 2005, die damals bei einem Rundgang über die Silberhöhe entstanden sind. Die Qualität der Bilder ist alles andere als perfekt, aber es sind ein paar schöne Zeitzeugen aus einer Übergangszeit. 2005 lief der Stadtumbau auf der Silberhöhe gerade richtig an. Hochhäuser fielen, Wohngebiete schrumpften, Grasland wuchs anstelle von Plattenbauten. Heute, gut 20 Jahre später, sind viele der hier fotografierten Gebäude verschwunden - die Bilder zeigen einen Zustand, den es so nicht mehr gibt.

Zehn Aufnahmen mit der Canon IXUS 400

Ich weiß heute gar nicht mehr, warum ich lediglich diese 10 Aufnahmen mit meiner kleinen Canon IXUS 400 damals gemacht hatte. Heute wären das mit dem Smartphone sicher dreimal so viele geworden. Aber gut, mehr sind es nun mal nicht. Das ist schade und ärgerlich, aber nicht mehr zu ändern.

Die beiden Punkthochhäuser auf der Silberhöhe

Die beiden Punkthochhäuser auf der Halle Silberhöhe im März 2005, kurz vor dem geplanten Abriss
Die beiden Punkthochhäuser auf der Silberhöhe im März 2005 - 22 Geschosse, 62 Meter hoch, in der Jessener Straße 9 und 36.
Ganz oben als erstes die beiden, damals noch teilweise bewohnten Punkthochhäuser. Die sahen eigentlich recht ansehnlich aus und waren eine Zeit lang die prägende Silhouette der Silberhöhe. Schade drum, dass diese recht schnell abgerissen wurden. Es handelt sich um zwei 22-Geschosser in der Jessener Straße 9 und 36, jeweils etwa 62 Meter hoch, gebaut Anfang der 1980er Jahre. Im Oktober 2005 begann die Hallesche Wohnungsgesellschaft (HWG) mit dem Abriss - ein Bagger wurde aufs Dach gesetzt und trug den Stahlbetonkörper bis zur halben Höhe ab, der Schutt fiel durch die Fahrstuhlschächte. Die zweite Hälfte wurde von unten abgerissen. Bis Mitte 2006 waren beide Türme verschwunden. Ich kann mich lediglich an einige Dachspaziergänge während der Bauzeit des ersten Hochhauses erinnern. Das muss so 1987/88 (?) gewesen sein, als wir "rebellischen Teenager" die 22 Etagen des Rohbaus erklommen hatten. Damals war das einfach möglich - Bauzäune oder Wachschutz gab es nicht.

Die Hanoier Straße

Hier habe ich früher nun mal gewohnt, daher auch die meisten Aufnahmen aus dieser Gegend. Mit dabei natürlich der Block, in dem ich aufgewachsen bin. Der Doppelblock Hanoier Straße 34/35, der heute noch steht und noch immer so aussieht wie im Jahr 1982. Meine alte Schule, die POS Konrad Wolf, deren Teil heute nicht mehr steht. Von der Schule hat es lediglich den Westteil des Gebäudes, die frühere POS Berthold Brecht, und die Turnhalle überstanden. Sie ist heute eine Grundschule.

Die Initialen im Beton

Ich weiß nicht mehr wann, vielleicht 1983/84, als der Fußweg zwischen der Hanoier und der Coimbraer Straße entlang der Gartensparte gebaut wurde, nutzte ich seinerzeit die einmalige Gelegenheit und verewigte mich als Stift mit meinen Initialen "D.W." im Beton. Komisch, sowas vergisst man irgendwie auch nicht :) Ob die Initialen heute noch da sind, habe ich beim letzten Besuch nicht überprüft. Wenn jemand vorbeikommt und das beton-fest verewigte "D.W." noch entdeckt - gern ein Foto in die Kommentare.

Der Abriss der 11-Geschosser in der Wilhelm-von-Klewitz-Straße

Mehrere Bilder von den Elfgeschossern in der Wilhelm-von-Klewitz-Straße fanden auch noch den Weg auf die Speicherkarte in der Kamera. Welche Hausnummern das genau waren, kann ich leider nicht mehr sagen.
Abriss Wilhelm-von-Klewitz-Straße auf der Halle Silberhöhe im März 2005
Abriss Wilhelm-von-Klewitz-Straße - März 2005, einer der Elfgeschosser steht halb offen, der nächste wartet auf den Rückbau.
Wer es noch weiß, kann das in den Kommentaren ergänzen oder mir eine E-Mail schicken. Auch eigene Fotos von dieser Zeit nehme ich gern in die Sammlung auf - die Silberhöhe der 2000er Jahre ist erstaunlich schlecht dokumentiert.

Was vom Stadtumbau geblieben ist

Der Stadtumbau Ost begann auf der Silberhöhe schon Anfang der 2000er Jahre. Bis heute sind aus den ursprünglich rund 35.000 Einwohnern etwa 12.000 geworden - knapp ein Drittel. Viele Plattenbauten fielen, Wohnungsgesellschaften verkleinerten ihre Bestände, ganze Straßenzüge wurden zu Grünflächen. Diese 2005er Fotos sind in dem Sinne ein Zeitfenster: vor dem ersten großen Abrissschub, aber schon mittendrin in den Veränderungen. Was 1985 selbstverständlich war (überfüllte Hochhäuser, lebendige Spielplätze, eng getaktete Straßenbahnen), wurde 20 Jahre später zur Erinnerung.

Mehr zur Silberhöhe

Quellen + weiterführende Infos

Kommentare (4)

Kommentar schreiben

Dein Kommentar wird vor der Veröffentlichung kurz geprüft. Mit dem Absenden stimmst du der Speicherung gemäß Datenschutz zu.

© picxl 2026 · Daniel Weihmann · Made in Halle (Saale)