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Ringlicht selber bauen: die alte Anleitung und was heute dafür spricht

Wie 2008 aus Baumarktteilen ein Ringlicht entstand, warum der Nachbau mit Leuchtstoffröhre heute kaum noch Sinn ergibt und was an der Idee trotzdem stimmt.
Ringlicht selber bauen: die alte Anleitung und was heute dafür spricht

Wie bekommt man diese runden Reflexe in die Augen, die man von Beauty-Aufnahmen kennt? Dafür braucht es Licht, das ringförmig um die Objektivachse liegt. Genau das leistet ein Ringlicht.

Hinweis von 2026: Dieser Beitrag stammt aus dem Februar 2008. Der Selbstbau unten arbeitet mit einer Leuchtstoffröhre am 230-Volt-Netz. Was sich seitdem geändert hat und warum ich heute anders entscheiden würde, steht weiter unten unter Was sich seit 2008 geändert hat.
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Warum überhaupt selber bauen

Damals war die Rechnung eindeutig. Ein Ringblitz kostete in der einfachsten Ausführung rund 100 Euro, ein fertiges Ringlicht mit Tageslichtröhren in der 40-Watt-Ausführung lag bei etwa 130 Euro. Für etwas, mit dem man erst einmal nur herumprobieren wollte, war das viel Geld.

Die Alternative bestand aus Teilen, die es im Baumarkt gab, und kostete einen Bruchteil davon.

Der Aufbau

Die Halterung besteht aus einem aufgebogenen Balkenschuh, der mit vier Nieten am Reflektor befestigt ist. Die Lampe selbst wird von drei Kabelschutzrohr-Halterungen gehalten. Wer später einmal tauschen will, nimmt besser Klemmschellen, die lassen sich öffnen.

Der Reflektor stammt aus dem Baumarkt und heißt "Prismalux" von Starlicht. Starter, Vorschaltgerät und Fassung habe ich aus dem gleichen Programm entnommen, konkret aus einer Küchenhängeleuchte. Das muss nicht sein, einzeln gekauft sind die Teile günstiger.

Wichtig, und zwar wirklich wichtig: Das Ganze und insbesondere der metallene Balkenschuh gehören an die Erdungsleitung einer Kaltgeräteverbindung. Ohne diesen Anschluss besteht bei einem Fehler Stromschlaggefahr. Diese Anleitung ist eine Ideenskizze und richtet sich ausschließlich an Menschen, die mit Elektrik umgehen können. Hier liegen 230 Volt offen an. Bei fehlerhaftem Aufbau besteht Lebensgefahr. Für einen Nachbau übernehme ich keine Haftung.

Fertig ist das Ringlicht. Nebenbei lassen sich damit auch Makroaufnahmen weitgehend schattenfrei ausleuchten, weil das Licht aus allen Richtungen gleichzeitig auf das Motiv fällt.

Mit dem selbstgebauten Ringlicht ausgeleuchteter kleiner Gegenstand, nahezu ohne Schattenwurf
So gut wie keine Schattenbildung bei der Aufnahme kleiner Gegenstände.

Wer den elektrischen Teil nachvollziehen will, findet bei Elektropla einen Anschlussplan für Leuchtstoffröhren.

Was sich seit 2008 geändert hat

Der Beitrag ist inzwischen über fünfzehn Jahre alt, und in diesen fünfzehn Jahren hat sich die Ausgangslage komplett gedreht.

Die Preise sind gefallen, die Technik hat gewechselt

Damals bedeutete Ringlicht: Leuchtstoffröhre, Vorschaltgerät, Netzspannung. Heute sind es LEDs. Das ändert alles, was für den Selbstbau sprach. Ein fertiges Ringlicht mit Stativ, Handyhalter und einstellbarer Farbtemperatur kostet heute weniger als das Material für den Nachbau oben, und es läuft mit Kleinspannung über USB statt mit 230 Volt.

Dazu kommt ein Punkt, den man 2008 gar nicht auf dem Zettel hatte: Bei LEDs lässt sich die Farbtemperatur regeln. Eine Leuchtstoffröhre hat die Lichtfarbe, die sie eben hat. Wer damit in einem Raum mit Fensterlicht arbeitete, bekam Mischlicht und durfte hinterher am Weißabgleich verzweifeln.

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Preis abgerufen am 18.09.2026 um 00:27 Uhr. Bei Amazon kann er sich jederzeit ändern.

Ein fertiges LED-Ringlicht mit 30 Zentimetern Durchmesser, Stativ von 43 bis 160 Zentimetern Höhe und Halterung fürs Smartphone. Die Farbtemperatur lässt sich stufenlos zwischen 2700 und 7000 Kelvin einstellen, die Helligkeit in zehn Stufen. Damit deckt es beides ab: warmes Kunstlicht für Porträts und neutrales Weiß, wenn die Aufnahme zum Tageslicht passen soll. Eine Bluetooth-Fernbedienung liegt bei.

Vorteile
  • Farbtemperatur einstellbar statt fest verbaut
  • Stativ bis 160 cm, also auch für stehende Aufnahmen
  • Kein Netzanschluss im Gerät, Betrieb über USB
Zu beachten
  • Der Handyhalter passt nicht für schwere Kameras
  • Bei 500 bis 800 Lumen kein Ersatz für einen Blitz im Tageslicht
Einordnung: Kostet etwa so viel wie das Material für den Eigenbau unten und ist sofort einsatzbereit. Für die meisten der bessere Weg, wenn es nicht ums Basteln geht.
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Der Sicherheitsaspekt wiegt heute schwerer

Ein Selbstbau am Netz war schon 2008 nichts für Anfänger, und der Warnhinweis oben stand nicht ohne Grund da. Nur: Damals gab es kaum eine Alternative. Heute gibt es sie, und zwar günstig. Damit verschiebt sich die Abwägung deutlich. Wer nicht ausdrücklich aus Freude an der Sache baut, hat kein gutes Argument mehr, mit offener Netzspannung zu hantieren.

Was an der Idee trotzdem stimmt

Das Prinzip ist unverändert richtig. Licht, das ringförmig um die Objektivachse sitzt, wirft praktisch keine sichtbaren Schatten, weil jeder Schatten sofort von der gegenüberliegenden Seite aufgehellt wird. Das macht es für zwei Zwecke bis heute erste Wahl.

Erstens Makroaufnahmen: Bei sehr kurzen Abständen verdeckt jede seitliche Lichtquelle irgendwann das Motiv selbst, das Ringlicht nicht. Zweitens flache Objekte auf einer Unterlage, also Produktfotos von Münzen, Schmuck, Platinen, Blättern. Dort ist die schattenfreie Ausleuchtung genau das, was man will.

Für Porträts gilt das eingeschränkt. Der runde Reflex im Auge ist ein Effekt, den man mag oder nicht, und die schattenfreie Ausleuchtung lässt Gesichter schnell flach wirken. Als einzige Lichtquelle ist ein Ringlicht dafür selten die beste Wahl, als Aufhellung neben einer Hauptlichtquelle dagegen sehr brauchbar.

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