Eine Softbox lässt sich relativ leicht selber bauen. Ich habe im Lauf der Zeit einige nachgebaut und dabei festgestellt, dass sich längst nicht jede Bauform dafür eignet.
In diesem Beitrag teile ich meine Erfahrung damit: welche der selbstgebauten Softboxen eher Zeitverschwendung waren und welche sich durchaus geschlagen haben.
Diese Softboxen habe ich selbst gebaut
Softbox aus einer Styropor-Halbkugel

Die ausführliche Anleitung dazu steht unter DIY-Softbox aus einer Styropor-Halbkugel.
Feather-Light-Nachbau

Von allen fünf Versuchen war das der gelungenste. Die Bauanleitung findest du unter Peter Greggs Feather-Light nachgebaut.
Lumiquest Promax System Bouncer

Der Nachbau des Promax System Bouncers erwies sich als äußerst unhandlich. Er tut, was er soll, aber mitnehmen möchte man ihn nicht.
A Better Bounce Card

Die DIY A Better Bounce Card ist definitiv den Aufwand wert und passt in fast jede Situation. Ich habe sie bei Produktfotografie, auf Hochzeiten und bei Porträtshootings benutzt und kann nur sagen: Eine ABBC gehört in jeden Fotorucksack.
Dickmanns Softbox

Diese Variante hat zwar eine silberne Innenwand, ist aber wegen der nach vorn abstrahlenden Systemblitze eigentlich sinnlos. Sinn ergäbe sie nur, wenn man die Blitzröhre außerhalb des Blitzgehäuses platziert.
Wann sich der Nachbau lohnt und wann nicht
Nehmen wir die Softboxen als Beispiel, die so gern und häufig als DIY-Anleitung im Netz kursieren. Sie erzielen durchaus einen Effekt, jedenfalls im Vergleich zu gar keiner Softbox, und sie erfüllen den Wunsch nach weicherem Licht. Die Ergebnisse lassen sich in einem gewissen Rahmen sogar mit gekauften vergleichen.
Nur: An die Lichtverteilung guter und meist nicht einmal teurer Softboxen kommen solche Bastelprojekte in aller Regel nicht heran.
Dafür spricht der Selbstbau
Wer noch gar nicht weiß, ob er überhaupt eine Softbox braucht, und erst einmal herumprobieren möchte, ist mit einem Eigenbau gut bedient. Es kostet fast nichts, und es macht Spaß.
Dasselbe gilt, wenn man verstehen will, was ein Lichtformer eigentlich tut. Wer einmal selbst gesehen hat, wie viel Licht in einer schlecht reflektierenden Wand hängen bleibt und wie sich der Schattenverlauf mit der Größe der leuchtenden Fläche ändert, kauft danach bewusster ein.
Dagegen sprechen zwei Dinge
Sobald man häufiger und ernsthafter mit einer Softbox arbeitet, lohnt das Geld für eine fertige. So viel kosten sie nicht.
Selbstgebaute Softboxen fressen Licht
Dem ohnehin lichtschwachen Systemblitz wird viel Energie genommen, weil die verwendeten Materialien nicht auf Lichtausbeute optimiert sind. Rechnet man Materialkosten und investierte Zeit zusammen, bleibt der Abstand zur gekauften Lösung überschaubar. In der Zeit, die der Nachbau verschlingt, ließe sich auch ein Shooting abhalten.
Eine Softbox muss transportabel sein
Das wird gern vergessen. Was nützt die schönste selbstgebaute Softbox, wenn sie keinen Regenschauer übersteht, sich nicht zerlegen lässt oder so sperrig ist, dass sie nirgends verstaut werden kann, weder zu Hause im DIY-Studio noch unterwegs.
Dazu kommt der Auftritt. Mit einem sichtbar zusammengeklebten Konstrukt auf einer Hochzeit aufzutauchen, ist keine gute Idee. Das Auge isst mit, und die äußere Form des Zubehörs ist nicht zu vernachlässigen.
Fazit: für jeden das Richtige
Wer keinen Platz für unzerlegbare Softboxen hat, sie häufiger transportieren will oder sich damit vor Leute traut, kauft besser eine einfache aus dem niedrigen Preissegment. Genau in diese Kategorie fällt das hier:
Oktagon-Softbox 30 cm für Systemblitze
ayexEin achteckiger Lichtformer mit 30 Zentimetern Durchmesser, der mit Gummiband und Klettverschluss direkt auf den Blitzkopf kommt. Innen liegt eine silberne Reflexfolie, die das Licht bündelt, bevor es durch die weiße Front austritt. Der eigentliche Punkt steckt im Packmaß: Zusammengefaltet ist sie noch etwa sechs Zentimeter hoch und passt mitsamt Tasche in jede Fototasche. Sie passt auf Systemblitze bis rund acht Zentimeter Kopfbreite.
- Faltbar auf etwa 6 cm, geht überall mit
- Silberne Innenseite, verschenkt weniger Licht als Bastelmaterial
- Achteckige Form gibt einen runden Reflex im Auge
- 30 cm sind bei Ganzkörperporträts schnell zu klein
- Nur für Aufsteckblitze, nicht für Studioköpfe
Für alle, die keine Platzprobleme haben, weil beispielsweise ein eigener Raum fürs Hobby zur Verfügung steht, lohnt ein Blick in das Buch Lowbudgetshooting: Fotozubehör einfach selbst gebaut. Dort werden Ideen umgesetzt, die fast allen Anforderungen an eine Softbox genügen, bis auf die Zerlegbarkeit.
Ein Hinweis zum Zeitpunkt: Dieser Beitrag stammt aus dem Jahr 2011. Am Grundsatz hat sich nichts geändert, an den Preisen schon. Eine faltbare Softbox für den Systemblitz kostet heute weniger als das Material für die meisten Nachbauten, und das verschiebt die Rechnung deutlich in Richtung Kaufen.
- Vorher: DIY-Fotozubehör, lohnt sich der Aufwand?
- Danach: Lohnt es sich, einen Beauty Dish zu bauen?
- Verwandt: der faltbare Ringblitz und das selbstgebaute Ringlicht
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