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A Better Bounce Card selber bauen: Moosgummi statt teurem Diffusor

Wie aus einem Stück Moosgummi und etwas Klettband ein Blitzreflektor wird, der Blitzflecken und harte Schatten verschwinden lässt. Mit Maßen und Bauschritten.
A Better Bounce Card selber bauen: Moosgummi statt teurem Diffusor

Dies ist die Fortsetzung von DIY-Fotozubehör, lohnt sich der Aufwand?

Ein weiteres Beispiel für Zubehör, das im Handel unverhältnismäßig teuer ist und sich sehr leicht nachbauen lässt, ist die ABBC. Die Abkürzung steht für A Better Bounce Card. In ihrer einfachsten Form besteht sie aus einem Stück Moosgummi und einem Klettband, beides gibt es in jedem Bastelladen.

Funktionsweise einer A Better Bounce Card am aufgesteckten Systemblitz
So funktioniert eine A Better Bounce Card: Ein Teil des Lichts geht nach vorn, der Rest an die Decke.

Warum das funktioniert

Der Effekt ist einfach und trotzdem verblüffend. Wer einmal gesehen hat, was die kleine ausziehbare Reflektorkarte im Blitzgehäuse bewirkt, wird die Lichtverteilung der ABBC mögen, denn sie macht dasselbe in deutlich größerem Maßstab.

Ein Systemblitz hat eine winzige Abstrahlfläche, ungefähr so groß wie eine Streichholzschachtel. Kleine Lichtquellen erzeugen harte Schatten und diese typischen Glanzflecken auf Stirn und Nase. Durch die Flexibilität des Moosgummis lässt sich die Abstrahlfläche ohne großen Aufwand vergrößern, und zwar um ein Vielfaches. Damit gehören Blitzflecken auf den Gesichtern von Partygästen der Vergangenheit an.

Der zweite Vorteil betrifft die Augen. Wer nur indirekt an die Decke blitzt, bekommt zwar weiches Licht, aber auch Schatten in den Augenhöhlen, weil alles Licht von oben kommt. Die ABBC schickt einen Teil nach vorn und hellt diese Schatten auf. Keine dunklen Augenringe mehr.

Sie sieht dabei zugegebenermaßen unprofessionell aus und provoziert den einen oder anderen ungläubigen Blick von Kollegen. Wer die Ergebnisse gesehen hat, ist meist schnell umgestimmt.

Was du brauchst

  • Weißes Moosgummi, etwa 2 bis 3 Millimeter stark. Dünner knickt es, dicker lässt es sich schlecht biegen. Weiß ist wichtig, farbiges Material färbt das Licht ein.
  • Klettband zum Aufkleben, die weiche und die harte Seite. Ein halber Meter reicht für mehrere Karten.
  • Schere oder Cuttermesser und ein Lineal.

Material für unter fünf Euro, und es reicht für zwei bis drei Anläufe, falls der erste Zuschnitt nicht passt.

Bauen in vier Schritten

1. Zuschnitt

Als Ausgangsgröße hat sich etwa DIN A4 bewährt, also rund 21 mal 30 Zentimeter. Größer bringt mehr weiches Licht, wird aber im Innenraum schnell unhandlich und fängt Wind, sobald man nach draußen geht. Kleiner als 15 mal 20 Zentimeter lohnt kaum, dann ist der Unterschied zur eingebauten Reflektorkarte gering.

Die Ecken auf der Oberseite abrunden, das sieht nicht nur besser aus, sondern verhindert auch, dass man mit den Kanten irgendwo hängen bleibt.

2. Klettband anbringen

Auf die Unterseite der Karte kommt ein Streifen der weichen Klettseite, quer, etwa drei Zentimeter vom unteren Rand entfernt. Der Gegenpart wird um den Blitzkopf gelegt. Wer den Blitz nicht bekleben möchte, näht oder klebt sich ein Gummiband als Schlaufe, das um den Kopf gespannt wird und den harten Klettstreifen trägt.

3. Ausrichten

Der Blitzkopf wird um 45 bis 60 Grad nach oben geschwenkt, die Karte auf der Rückseite befestigt. Sie steht dann schräg über dem Blitz und reicht ein gutes Stück darüber hinaus. Der genaue Winkel hängt von der Raumhöhe ab. Je niedriger die Decke, desto steiler kann der Kopf stehen.

4. Ausprobieren

Ein paar Testauslösungen gegen eine Wand zeigen sofort, ob die Karte zu weit vorsteht oder zu wenig Licht nach vorn lenkt. Wer mag, schneidet nach. Genau das ist der Vorteil gegenüber dem gekauften Zubehör: Es kostet nichts, es nochmal zu versuchen.

Wo die Grenzen liegen

Die ABBC lebt von der Decke. In einem Raum mit sehr hoher, dunkler oder farbiger Decke funktioniert das indirekte Licht kaum, dann bleibt nur der Anteil, der nach vorn geht. Draußen ohne jede reflektierende Fläche wird sie zur reinen Bounce Card, die immer noch besser ist als der nackte Blitz, aber eben keine Wunder wirkt.

Und sie kostet Leistung. Ein Teil des Lichts landet an der Decke, ein Teil im Material. Rechne mit ein bis zwei Blendenstufen, die der Blitz mehr aufbringen muss. Bei einem schwachen Aufsteckblitz und großem Raum ist da schnell die Grenze erreicht.

Wo es Anleitungen gibt

Auf der Seite des Erfinders standen anfangs selbstgedrehte Videos, die den Nachbau im Detail erklärten. Die Seite existiert inzwischen nicht mehr, im Zuge der Kommerzialisierung sind die Anleitungen nach und nach verschwunden.

Brauchbare Anleitungen mit teilweise verbesserten Schnittmustern finden sich aber weiterhin im DSLR-Forum. Dort ist auch die Wirkung im direkten Vergleich dokumentiert, mit und ohne Karte.

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