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Harzturm Torfhaus und Rundweg ums Torfhausmoor: Aussicht, Skywalk + toter Wald

Harzturm Torfhaus mit Skywalk und Glasboden, danach der kurze Rundweg ums Torfhausmoor. Ein Gruppenausflug Mitte April 2026 - mit Brockenblick und ehrlichem Blick auf den toten Fichtenwald.
Harzturm Torfhaus und Rundweg ums Torfhausmoor: Aussicht, Skywalk + toter Wald
Torfhaus, Harz
Endlich mal wieder richtiges Frühlingswetter. Mitte April, klare Luft, blauer Himmel - perfekt für einen Gruppenausflug in den Harz. Unser Ziel: der Harzturm in Torfhaus und im Anschluss der Rundweg ums Torfhausmoor.

Hoch hinaus: 65 Meter Holz, zwei Aussichtsplattformen und ein Skywalk mit Glasboden

Der Harzturm steht direkt am NaturResort in Torfhaus, an der Bundesstraße zum Brocken. Eröffnet im November 2023, voll betriebsfähig seit Juli 2024. Eine 65 Meter hohe Holzkonstruktion, gestaltet wie ein hohler, in sich verdrehter Baumstamm - Architekt war Dietmar Kaden, der auch den Pyramidenkogel in Österreich entworfen hat. Schon von außen ein beeindruckendes Bauwerk.
Außenansicht vom Harzturm Torfhaus, 65 Meter hohe Holzkonstruktion mit Skywalk-Spirale
Der Harzturm von unten: 65 Meter hohe Holzkonstruktion mit dem geschwungenen Skywalk und den Plattformen oben.
Wir sind mit dem Aufzug nach oben gefahren - bequem, schnell, und das spart die rund 240 Stufen. Die Treppe gibt es natürlich auch, sie führt spiralförmig um den zentralen Holzkern nach oben. Beim Blick nach oben in den Schacht sieht man die ganze Konstruktion wie eine Schiffsschraube ineinandergreifen.
Harzturm Torfhaus von innen: Treppenaufstieg in der Holzkonstruktion, Blick nach oben
Blick nach oben in die offene Holzkonstruktion vom Harzturm beim Aufstieg.
Oben gibt es zwei Aussichtsplattformen auf 45 Metern Höhe. Die untere ist der Skywalk mit Glasboden - eine geschwungene Brücke, die einmal um den Turm führt. Eine Ebene darüber dann die offene obere Plattform mit freiem Rundumblick. Wer auf dem Skywalk steht und den Glasausschnitt unter sich sucht, schaut direkt 45 Meter tief zwischen die Fichten. Ich gebe zu: da wird einem schon etwas anders, auch wenn das Glas natürlich bombenfest ist.

Brocken in Sichtweite

Die Aussicht entschädigt für jede Treppenstufe. Der Brocken liegt zum Greifen nah, mit seinen Antennenmasten klar zu erkennen. Klare Sicht über die Hochlagen des Harzes, am Horizont weite Felder. Eine Infotafel direkt am Geländer erklärt den "Brocken im Wandel der Zeit" - vom Bergbau bis zum heutigen Nationalpark.
Infotafel zum Brocken auf dem Skywalk des Harzturms, im Hintergrund der Brockenfelsen
Infotafel auf dem Skywalk: "Der Brocken im Wandel der Zeit", dahinter der Brocken selbst.
Auf der anderen Seite des Turms - der Blick aufs NaturResort Torfhaus mit seinen vielen kleinen Ferienhäusern und der weiten Harzlandschaft dahinter. Von hier oben wirken die schwarzen Spitzdächer wie ein kleines Schwarzwalddorf.
Luftaufnahme vom Harzturm auf das Torfhauser Ferienhausgelände, dahinter Waldlandschaft des Harzes
Blick vom Harzturm auf das NaturResort Torfhaus und die weite Harzlandschaft.
Natürlich musste auch ein Gruppenfoto sein - mit dem Brocken im Hintergrund, allesamt warm angezogen, denn auch im April weht hier oben ein steifer Wind.
Gruppenausflug auf den Harzturm mit Karsten, Daniel, Andreas, Nicole, Ronny, Florian und Matthias
Gruppenausflug auf den Harzturm mit Karsten, Daniel, Andreas, Nicole, Ronny, Florian und Matthias.

Runter geht's mit der Rutsche - "Rasantia"

Wer Lust hat - und ein bisschen Mut -, fährt nicht mit dem Aufzug zurück, sondern nimmt die Rasantia. Mit 110 Metern Länge die höchste Erlebnisrutsche Deutschlands, eine geschlossene Edelstahl-Röhre mit Sound- und Lichteffekten während der Fahrt. Vom oberen Plattformbereich geht's in mehreren Schleifen nach unten. Bei uns ist ein Teil der Gruppe gerutscht - Nicole hatte fast den Tagesrekord. Wie das genau gemessen wird, weiß ich nicht, aber die Anzeige im Eingangsbereich verriet's. Knapp dran an Platz eins. Allein dafür hat sich der Tag schon gelohnt.

Rundweg ums Torfhausmoor: Bohlenpfad, Bach, Borkenkäfer

Nach dem Harzturm zog es uns weiter auf den Rundwanderweg ums Torfhausmoor. Direkt am Nationalpark-Besucherzentrum gegenüber gehen mehrere Wege ab - der Wegweiser zeigt's: Rund ums Torfhausmoor, Luchsdenkmal, WaldWandelWeg, und vom selben Punkt aus auch zum Brocken (10F, der Goetheweg).
Wanderwegweiser am Torfhaus mit Beschriftung Rund ums Torfhausmoor, Luchsdenkmal, WaldWandelWeg, Brocken
Wegweiser am Torfhaus zum WaldWandelWeg, Brocken und Bad Harzburg.
Der Rundweg ist mit rund 4 bis 5 Kilometern keine schnelle Runde, sondern eine richtige kleine Wanderung. Wichtig zu wissen: die direkte Wanderung über das Torfhausmoor selbst ist derzeit gesperrt, der Bohlenweg führt aktuell außen herum. Hintergrund: Das Hochmoor ist eines der letzten seiner Art im Harz und soll sich völlig ungestört erholen können. Stört einen nicht weiter - der Weg durchs angrenzende Waldgebiet ist genauso schön. Mitte April war es noch ruhig, kaum andere Wanderer unterwegs, die Buchen am Wegesrand ohne Blätter. Genau die richtige Zeit für so eine Tour: weit sehen, in Ruhe gucken.

Der rotbraune Bach

Auffällig: das Wasser im Bach hat eine deutlich rötliche bis orangefarbene Färbung. Eisenoxid aus dem Moorboden - der hohe Eisengehalt im Hochmoor reagiert mit Luftsauerstoff und färbt das Wasser. Sieht ein bisschen aus wie ein verlassenes Bergwerk, ist aber komplett natürlich.
Rot-orangefarbenes Wasser im Bach am Torfhausmoor, Eisenoxid aus dem Moorboden
Rot-orange Färbung im Bachbett - Eisenoxid aus dem Moorboden, dahinter eine Infotafel.
Wenige Meter weiter dann ein klassischeres Bild: kleine Steine, Moos, Frühjahrslicht im Bachbett.
Bach im Torfhausmoor mit moosbewachsenen Steinen und rotbraunem Untergrund
Der Bach im Torfhausmoor entlang des Rundwegs - rotbrauner Boden, Moos auf den Steinen.

Der tote Wald - traurig und faszinierend zugleich

Was einem aber überall ins Auge springt: der Borkenkäfer. Ganze Hänge mit kahlen Fichtenstämmen, totes Holz am Wegesrand, abgeknickte Bäume. Was hier mal dichter Hochfichten-Wald war, sieht heute aus wie eine Schlachtfeld-Skizze in Schwarzweiß.
Toter Fichtenwald im Harz nach Borkenkäfer-Befall, kahle Baumstämme und Totholz am Wegesrand
Der tote Fichtenwald: Borkenkäfer-Schäden überall, kahle Stamm-Skelette gegen den blauen Himmel.
Es ist traurig, den Harz so zu sehen. Wer als Kind hier durch dichte grüne Wälder gestapft ist, kennt das ganz anders. Trockenheit, Stürme und der Borkenkäfer haben die Fichten-Monokulturen seit Ende der 2010er Jahre regelrecht abgeräumt. Aber - und das war für uns das Überraschende - es hat auch etwas. Zwischen den toten Stämmen wachsen schon junge Buchen, Birken, Ebereschen nach. Der Nationalpark lässt das jetzt bewusst zu: aus der Fichten-Monokultur wird über Jahrzehnte ein natürlicher Mischwald. Das Leben kehrt zurück, nur eben anders.

Auf der Karte: Harzturm Torfhaus

Praktische Infos

  • Harzturm Torfhaus: Höhe 65 m, zwei Aussichtsplattformen auf 45 m, Skywalk mit Glasboden, Spiraltreppe und Aufzug. Eröffnet November 2023. 110-Meter-Rutsche "Rasantia" als Bonus runter. Aktuelle Eintrittspreise und Öffnungszeiten: harzturm.de
  • Rundweg ums Torfhausmoor: ca. 4-5 km außen um das Moor herum. Die direkte Wanderung über das Torfhausmoor ist aktuell gesperrt - das Hochmoor soll sich ungestört erholen. Startpunkt am Nationalpark-Besucherzentrum Torfhaus, gegenüber vom Harzturm.
  • Anfahrt: B4 zwischen Bad Harzburg und Braunlage, Abzweig Torfhaus. Großer Parkplatz direkt am Resort, kostenpflichtig.
  • Brocken-Aufstieg: Wer Lust auf mehr hat - der Goetheweg (Wegweiser 10F) führt von hier in ca. 2-2,5 Stunden zum Brocken.
Warst du schon mal oben auf dem Harzturm oder den Rundweg ums Torfhausmoor gelaufen? Wie hast du den toten Fichtenwald empfunden? Schreib's mir in die Kommentare.

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