Wie ich meinen Lightroom Alltag abgeändert habe

Lightroom Smart-Vorschau
Lightroom Smart-Vorschau

Vor einiger Zeit hatte ich ja bereits über mein Arbeiten auf Reisen berichtet. Mit dieser Methode bin ich einige Zeit auch sehr gut zurecht bekommen. Doch dann bin ich auf die Smart-Vorschau gestoßen und das hat alles entscheidend geändert.

Zuerst möchte ich Euch das Thema Smart-Vorschau etwas näher bringen.

Die Smart-Vorschau ist eine Möglichkeit eine Art abgespecktes DNG-File in den Katalog einzubinden. Das wiederum bringt einige Vorteile mit sich, wenn man es richtig einsetzt. Eine Smart-Vorschau enthält ein RAW Foto mit einer Größe von 2560px x 1706px in einer etwas geringeren Qualität. Dieses Foto kann komplett, wie gewohnt bearbeiten und sogar exportieren. Dies klappt natürlich nur bis zur vorher angegebenen Größe.

Ok, soweit so gut, “aber was nützt das nun?” werdet Ihr Euch fragen. Ganz Einfach:

  1. Die Vorschau in der Katalog Ansicht und auch bei der Entwicklung wird beschleunigt
  2.  und das ist der entscheidende Vorteil: Man kann seine Bilder mit Hilfe der Smart-Vorschau jederzeit Bearbeiten, auch ohne dass die Originale Verbunden sind, kann sie exportieren und wenn die Originale wieder verbunden sind auch wider in Originalgröße.

Im Falle von einer ca. 1TB großen RAW Bibliothek ergibt sich eine Smart-Vorschau Datei von ca. 45GB.

Das setze ich folgendermaßen ein:

Ich habe meinen kompletten Lightroom Katalog auf die im oben verlinkten Artikel erwähnten Samsung T3 aufgespielt. Diesen Katalog inklusive eben jener Smart-Vorschauen nutze ich jetzt als Hauptkatalog sowohl auf meinem Mac-Pro, als auch auf dem Macbook. Damit habe ich zum einen so immer meinen gesamten Katalog auf beiden Rechnern, zum Anderen sind immer alle Änderungen, egal auf welchem Rechner ich sie vorgenommen habe, im Katalog enthalten. Die Originale liegen auf einem Raid System in meinem Mac-Pro was bedeutet, dass ich auf diesem immer die Originale exportiere. Wenn ich nur etwas für das Internet benötige reichen Exporte auch von den Smart-Vorschauen aus, was bedeutet diese kann ich auch am Macbook machen.

Würde ich das jetzt noch mit einem NAS System kombinieren (das ich leider momentan noch nicht habe), auf dem die Originale dann liegen, dann könnte ich auch auf dem Macbook, sofern es im Heimnetzwerk ist, auf die Originale zugreifen. Ich denke über kurz oder Lang wird das mein nächster Schritt. So lange es aber noch nicht so weit ist habe ich einfach eine Dateifreigabe auf den Ordner gelegt und kann so, so lange mein Mac-Pro an ist auch auf dem Macbook im Netzwerk auf die Originale zugreifen.

Wenn ich unterwegs bin, dann nutze ich die SSD, auf der der Katalog liegt als Speicherplatz und schiebe sie dann zuhause auf mein Raid. Unterwegs und generell, wenn der Katalog auf einer externen SSD liegt sollte man sich natürlich schon Gedanken zum Backup machen. Darauf werde ich dann später noch eingehen.

Jetzt aber mal zum Ablauf und den Einstellungen:

Wenn man bereits einen Katalog besitzt, den man mit Smart-Vorschauen aufwerten möchte, dann ist das ganz einfach: Zuerst markiert man alle Bilder, für die man eine Vorschau erstellen möchte (also bspw. alle aus dem Katalog). Dann klickt man auf Bibliothek –> Vorschauen –> Smart-Vorschauen erstellen.

Das dauert je nach Größe des Katalogs schon einige Zeit, also plant ein paar Stunden ein. Allerdings könnt Ihr nebenher einfach weiter Arbeiten. Sobald das Ganze abgeschlossen ist gibt es im Verzeichnis Eures Katalogs eine neue Smart Previews Datei:

Diese Datei enthält nun die Smart-Vorschauen, die die ganze Magie beinhalten.

Unterhalb des Histogramm erscheint jetzt eine Meldung, dass sowohl Smart-Vorschau, als auch Original verfügbar sind:

Ist der Rechner nicht mit den Originalen verbunden erscheint nur die Smart-Vorschau an dieser Stelle:

Ist das der Fall gelten für die Dateien die oben genannten Beschränkungen.

Im Import Dialog kann man jetzt einen Haken setzen, damit die zukünftigen Importe direkt mit einer Smart-Vorschau versehen werden.

Die Einstellung der Qualität ganz oben gilt übrigens nicht für die Smart-Vorschauen. Die sind immer in der oben angegebenen Qualität.

Die drei oben abgebildeten Dateien müssen nun auf die externe SSD geschoben werden und in Lightroom als aktueller Katalog gewählt werden. Jetzt ist alles bereit für die Nutzung auf mehreren Rechnern und das sogar unterwegs.

Wie vorher bereits beschrieben birgt diese Methode natürlich auch einige Gefahren. Ab diesem Zeitpunkt ist der gesamte Katalog auf einer externen SSD. Sollte diese jetzt also beschädigt, geklaut oder sonst wie abhanden kommen wäre der Ganze Katalog futsch. Auch die eventuell übergangsweise auf der SSD gespeicherten Bilder wären dann weg. Also kann ich nur dazu raten eine Backup-Strategie parat zu haben. Hierfür habe ich mir Carbon Copy Cloner (CCC) ausgesucht. Das Programm kostet zwar ein paar Euro, aber es ist es absolut wert. So klont es automatisch je nach Einstellung direkt die SSD auf eine andere Platte.

Ich habe insgesamt folgende Taktik für die Backups:

  • Die Originale sind wie bereits erwähnt auf einem Raid im Mac-Pro
  • Das Raid wird mit auf die Time Machine von OSX gesichert
  • Die SSD, auf der der Katalog ist wird über CCC am Mac-Pro automatisch auf eine externe Festplatte gesichert
  • Wenn ich unterwegs bin und die SSD am Macbook habe wird diese über CCC auf eine kleine 2,5″ Festplatte gesichert
  • Die Bilder lasse ich normalerweise auch immer noch auf den Karten, bis ich zuhause alles auf dem Raid habe
  • Unterwegs habe ich die SSD und die kleine Platte immer an unterschiedlichen Orten (z.B. Koffer und Rucksack oder Rucksack von mir und von meiner Freundin, usw.)

Das bedeutet, dass ich unterwegs den Katalog schon mal an zwei Orten habe, dann noch ein Backup zuhause, dass unter Umständen eben nicht ganz aktuell ist und meine Bilder sich normalerweise auch an drei unterschiedlichen Orten befinden. Vielleicht ist das teilweise etwas übertrieben, aber so habe ich ein besseres Gefühl.

Solltet Ihr also auch mehrere Rechner nutzen und das vielleicht sogar unterwegs, dann schaut Euch diese Methode auf jeden Fall mal genauer an. Aber auch bei nur einem Rechner solltet Ihr Euch mal das Thema Smart-Vorschau  genauer anschauen, denn auch dann kann es sich durchaus lohnen.

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Patrick Schmidt

In Stuttgart geboren, konnte ich mich nie von dieser schönen Stadt trennen und lebe dort auch noch heute.
Fotografisch betätige ich mich bereits seit meinem 14. Lebensjahr intensiv. Mein fotografischer Schwerpunkt ist die Naturfotografie, die mir immer wieder auch als Ausgleich zum Alltag dient.

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