Warum Fotografen neben Photoshop unbedingt auch Lightroom nutzen sollten

Schon öfter war ich mit der Frage konfrontiert: “Ich benutze Photoshop und Bridge, brauche ich da noch Lightroom?”. Oder “Warum gibt Adobe eigentlich dem CC Paket unbedingt Lightroom mit dabei? Brauche ich es denn?” Meiner Meinung nach, ja, auf jeden Fall! Warum, möchte ich Euch hier kurz erläutern.


Hier einige der Vorteile, die Lightroom auch für Photoshop Nutzer bietet:

  • Optimaler Workflow. Lightroom ist an den Workflow eines Fotografen angepasst. Es bietet in einer Software sowohl Katalogmanagement als auch Entwicklung und Ausgabe an unterschiedliche Medien wie Drucker, Diashows und Bildgalerien für Homepages
  • Schnelleres Arbeiten. Der optimierte Workflow führt als Konsequenz zu einem schnelleren Arbeiten. Das ist für viele Fotografen, die auf Lightroom umsteigen, ein wesentliches Argument, da heute oft sehr viele Fotos gemacht und bearbeitet werden müssen
  • Lightroom ist speicherschonend. Bei Photoshop muss man nach einer Bearbeitung ein neues File anlegen und verdoppelt damit den benötigten Speicher. Lightroom hingegen speichert nur die Änderungen, was nur wenig Speicherplatz benötigt. Außerdem gibt es die Möglichkeit virtuelle Kopien eines Bildes anzulegen, wenn man Bilder auf unterschiedliche Weise entwickeln möchte. Auch hier werden wieder nur die Änderungen gespeichert und kein neues File angelegt
  • Zerstörungsfrei. Lightroom wurde als zerstörungsfreie Bildbearbeitung konzipiert. Jeder Bearbeitungsschritt kann wieder rückgängig gemacht werden. So kann man auch später noch Bilder anders gestalten oder Effekte rückgängig machen, falls sie einem nicht mehr gefallen sollten
  • Einfaches Farbmanagement. Hier besteht ein großer Unterschied zu Photoshop, da Lightroom zwingend einen sehr großen Farbraum verwendet, der eng an ProPhoto RGB angelehnt ist. Dadurch wird das gesamte Farbmanagement vereinfacht. Außerdem erfolgt die Bearbeitung immer mit einer Bittiefe von 16Bit, was den positiven Effekt hat, dass weniger Artefakte durch die Bildbearbeitung entstehen. Die Konvertierung in andere Farbräume wie sRGB erfolgt erst nach der Bearbeitung beim Exportieren oder Drucken
  • Schneller zu lernen. Photoshop enthält viele Funktionen, die für einen Fotografen nicht wirklich notwendig sind, da es für Grafikdesigner geschaffen wurde. Durch die Konzentration auf das für einen Fotografen wesentliche ist Lightroom viel schneller zu erlernen und stellt daher von dieser Warte aus die ideale Software für den Einstieg in die Bildbearbeitung dar. Das ist zwar nur ein unwesentliches Argument für jemanden, der schon seit langem Photoshop benutzt, soll hier aber nicht unerwähnt bleiben

Lightroom wird Photoshop sicher nicht ersetzen. Das soll es aber auch nicht. Es ist ideal an die Bedürfnisse von Fotografen angepasst, vereinfacht und beschleunigt die Arbeit. Ich verwende für 80% bis 90% meiner Fotos nur noch diese Software. Für den Rest verwende ich Photoshop oder Lightroom Plug-ins bei Arbeitsschritten, die Lightroom nicht selber abdecken kann. Falls Ihr noch Fragen habt oder mehr über Lightroom wissen möchtet, hinterlasst einfach einen Kommentar oder besucht meine Homepage (www.photomonda.de). Dort findet Ihr neben weiteren wertvollen Tipps zu Lightroom auch kostenlose online Schulungen (Webinare), die ich einmal im Monat abhalte. [yellow_box] Dieser Beitrag wurde geschrieben von Oliver Haller. Er ist Reisefotograf und Unternehmensberater. In seiner Homepage findest Du seine spannenden Reiseberichte und Tipps & Tricks zur Bildbearbeitung mit Lightroom und Photoshop. [/yellow_box]

Nachtrag: Das Killer-Argument für Lightroom

Der folgende Trick lässt sich nur mit Lightroom umsetzen. Kennst Du die Situation: Du hast sagen wir mal 100 Fotos gemacht und willst diese alle gleich entwickeln. Die Belichtungsautomatik hat in der Kamera murks gemacht und die Bilder teilweise über- oder unterbelichtet. Kein Problem für Dich, denn schließlich shootest Du ja genau aus diesem Grund im RAW Modus. Du kannst jetzt alle Bilder nochmal so anpassen, dass die Belichtung überall passt! Das Problem ist, Du musst jedes der 100 Bilder einzeln verarbeiten. Stop. Du musstest! Denn Lightroom hat eine sehr coole Funktion, die es erlaubt die an einem Foto eingestellte Belichtung auf alle markierten Fotos anzuwenden! Super, was? Sehr nützlich! Und wie geht das? Das zeigt Dir dieses Video: via fstoppers Lightroom vs. Photoshop

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Viktor

Eine Fotografie ist ein Monolog ohne Worte…
Wenn Sie nichts zu erzählen hat, dann ist sie einfach langweilig

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