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Die hosts-Datei

Ohne DNS Domains auf beliebige IPs umleiten

Anpassungen der hosts-Datei zum Sperren von IPs und WebadressenGelegentlich kommt es vor, dass ich die Einstellungen meines DNS-Servers umgehen muss, um beispielsweise eine Webseite unter ihrer künftigen Domain zu testen oder um Webanfragen zu tunneln. Aber auch als Filter für unerwünschte Webseiten bietet sich diese, auf jedem System befindliche Datei an.

Die hosts-Datei selbst stammt noch aus längst vergangenen Arpanet-Zeiten und diente zur Auflösung von Hostnamen zu IP-Adressen; also das, was heutzutage prinzipiell die DNS-Server übernehmen. Heutzutage unvorstellbar, dass damals diese Datei an alle Beteiligten verteilt werden musste, wenn neue Hostnamen zum Netz hinzugefügt wurden.

Wo befindet sich diese Datei?

Die hosts-Datei befindet sich in der Regel bei Linux-Systemen unter /etc/hosts und bei Windows unter c:\windows\system32\drivers\etc\hosts. Es handelt sich hierbei um eine einfach aufgebaute Textdatei (sie hat keine Dateiendung), die auf der einen Seite die IP-Adresse und ihr gegenüber den Hostnamen beinhaltet. Normalerweise hat sie standardmäßig unter Windows nur einen Eintrag: 127.0.0.1 localhost, d.h., dass der Hostname "localhost" der "lokalen Maschine" mit der IP 127.0.0.1 zugeordnet ist. Warum das so ist und was noch alles dazu gehört steht bei Wikipedia, darum soll es hier nicht gehen…

Wozu kann man sich das nun zu Nutze machen?

Nehmen wir an, dass ihr einen neuen WordPress-Auftritt in einer lokalen Entwicklungsumgebung (z.B. in einer VMWare) vorbereiten möchtet und online vielleicht schon eine statische Webseite habt, die ihr auch bis zur Liveschaltung des WordPress für die Besucher auch so belassen wollt. Jetzt kann man das WordPress-System sicherlich auch unter einer Arbeitsadresse installieren und später die Hostnamen in der Datenbank anpassen. Verwendet man allerdings Addons, wie z.B. eine Bildergalerie, dann kann es sehr schnell passieren, dass auch die ganzen Bildlinks in der Datenbank erneut angepasst werden müssen und das wollen wir uns eben einfach ersparen. Das heißt also, wir müssen bereits bei der Entwicklung mit dem korrekten Hostnamen arbeiten. Also benennen wir den virtuellen Host in unserer VMware doch schon mal so, wie er später auch verwendet werden wird, z.B. www.example.com.

Nun wird der Aufruf im Browser unserer Domain www.example.com dazu führen, dass wir zu einem Server mit der IP 208.77.188.166 weiter geleitet werden und nicht auf unserer Entwicklungsumgebung landen. Der Grund ist klar: Zu diesem Hostnamen gehört nun mal diese IP und nicht die unserer Wunsch-Adresse; "schuld" daran sind die DNS-Server! Aber diese können mit der hosts-Datei recht einfach umgangen werden…

Wie funktioniert’s?

Unsere Entwicklungsumgebung hat beispielsweise die im Internet nicht geroutete IP 192.168.23.100 und bei der Eingabe von www.example.com wollen wir auch dort landen. Also die hosts-Datei mit einem Texteditor öffnen und folgende Eintragung vornehmen:

192.168.23.100 www.example.com

Unter Windows kann man hierfür <START> >AUSFÜHREN> wählen und notepad.exe C:\WINDOWS\system32\drivers\etc\hosts eingeben. Nun die gewünschten Eintragungen (hierfür sind Administrator-Rechte nötig) vornehmen und speichern. Ggf. ist ein Leeren des DNS-Caches von Nöten: <START> <AUSFÜHREN> und den DOS-Befehl ipconfig -flushdns ausführen. Wenn die DOS-Box schon mal offen ist, dann lohnt auch gleich mal das Ausführen eines Pings: ping www.example.com als Antwort sollte nun die IP der VMWare ausgegeben werden, also die 192.168.23.100.

Nun kann man es auch im Browser probieren. Auch hier ist es eventuell nötig diesen neu zu starten bzw. Caches zu löschen.

Mit der hosts-Datei das eigene System absichern!

Vorsicht ist bei Änderungen an der hosts immer dann geboten, wenn diese gar nicht erwünscht sind. Zum Beispiel durch eine Schadsoftware, die hier eine beliebige Domain (vielleicht deine Homebanking-Adresse, Ebay oder was auch immer) auf eine andere IP umlenkt.

Wie man die hosts-Datei einsetzt, um den Aufruf von Spam- und Dialer-Adressen zu unterbinden, darüber informiert Marc Humer auf seiner Webseite ausführlich. Passende hosts-Dateien zum sofortigen Einsatz gibt es kostenlos zum Download.

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